Nach der Ausbildung fand ich ein kleines Heim mit zwei Stationen und max 48 Bewohnern. Hier arbeiten wir im 3-Schicht-System, also Frühdienst, Spätdienst und auch ein paar Nachtdienste im Monat (7 Stück sind es diesen Monat für mich). Ich arbeite im Erdgeschoss und fühle mich dort sehr wohl. Tolle Heimleitung, super Kollegen und natürlich - ganz wichtig - großartige Bewohner. Und meine Weiterbildung zur Fachkraft für palliativ Care hat gestern begonnen! Darauf freue ich mich schon seit Beginn der Ausbildung! Auch jede andere Fort- und/oder Weiterbildung würde mir das Heim bezahlen. Das ist auch nicht selbstverständlich.
Aber ich möchte auch nicht verschweigen, dass es in diesem Beruf auch schlimme Dinge gibt bzw schlimme Ereignisse passieren. Im Spätdienst vor zwei Wochen stürzte eine Bewohnerin in ihrem Zimmer sehr schwer und wurde dadurch zum Pflegefall. Das sind Sachen, die Niemanden kalt lassen und trotzdem lassen sich Stürze nicht vermeiden. Man kann nicht jeden Bewohner 24 Stunden nonstop über wachen. Bei gefährdeten Bewohnern gibt es Möglichkeiten, aber diese Dame war nicht sturzgefährdet. Man macht sich hinterher immer Gedanken und fragt sich, ob man es hätte verhindern können. Doch nach reiflicher Gewissensprüfung, nach Gesprächen mit Kollegen (vor Allem mit der Kollegin, die mit mir Dienst hatte) und nach schriftlichem Wiederholen des Dienstes bin ich sicher, dass wir uns nichts versäumt haben. Trotzdem liegt es uns und dem gesamtem Team wie Blei auf der Seele.
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