Donnerstag, 1. Juni 2017

Ausbildung

Die Ausbildung besteht aus einem praktischen Teil und aus einem Schulischen. Insgesamt lernt man drei Jahre. Ich entschied mich gegen Blockunterricht und ging auf eine Schule, in die ich zwei- bis dreimal die Woche musste. Schule war für mich eher lästig. Unterrichtet wurden wir in Deutsch, Religion, Aktivierung, Gesundheits-Krankheitslehre, Alten- und Krankenpflege, Psychologie, Gerontologie und Rechtskunde.
Das erste Jahr war natürlich locker, Alles war neu und aufregend, wir Alle waren voller Enthusiasmus. In der Klasse waren etwa 22 Schüler - anfangs... Das Examen machten am Ende der drei Jahre gerade mal 9 Schüler. Dieser Schwund hatte mehrere Gründe. Es gab Schüler, die bereits im ersten Lehrjahr merkten, daß  es nicht der richtige Beruf für sie ist. Andere scheiterten schlicht an den Anforderungen. Man unterschätzt das leicht. Was soll denn so schwierig sein an diesem Beruf? Intellektuell anspruchsvoll? Altenpflege? Man vergisst eben schnell, daß neben medizinischen Kenntnissen auch anatomische und psychologische notwendig sind. Ja, es ist machbar, aber es erfordert viel lernen. - Wie in allen Lehrberufen, nehme ich mal an.

Mir fiel der praktische Teil immer leichter. Die Arbeit mit "meinen" Bewohnern war etwas Selbstverständliches, wie das Zusammenleben in einer Familie. Einzig der Wechsel der Station nervte mich. Jedes Lehrjahr sollte man auf einer anderen Station arbeiten. Verständlich, da man auf jeder Station unterschiedliche Erfahrungen sammeln konnte, ärgerlich, weil man Kontakt zu den bereits vertrauten Bewohnern verlor.
Aber auch das ging vorüber, denn eines Tages stand man nach einer praktischen, einer mündlichen (eher drei, denn geprüft wurde an drei Tagen in Gerontologie. Alten- und Krankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und in Rechtskunde) und einer schriftlichen Prüfung stolz auf der Bühne in der Aula der Schule und nahm sein Examen in Empfang. Endlich geschafft! Und jetzt?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen